Abstand Header
Dahuam...
Bilder - Hinweis
Maibaum - Vergelt's Gott
Aktuelles
Damals...
Forggensee - versunkene Heimat
Geschichte Schwangaus
Dies und das aus dem Vereinsleben
Vorstandschaft
Nützliches zum Herunterladen
Gruppen
Bildergalerie
Beiträge
Pressespiegel
Kontakt
Inhaltsverzeichnis
Impressum

Die Geschichte Schwangaus

Funde auf dem Frauenberg bei Horn lassen auf eine Besiedlung Schwangaus bereits in der mittleren Steinzeit schließen. Ab dem Jahr 15 v. Christus war es als Teil der Provinz Raetia von den Römern in Besitz genommen worden. Ausgrabungen, beispielsweise ein römisches Badehaus aus dem 2. Jahrhundert wurden an der Tegelberg-Talstation freigelegt. Auch wird dies durch Siedlungsreste im Forggensee belegt. Ebenso wie durch die Römerstraße Via-Claudia mit ihrem geraden Verlauf, welche im Winter – wenn der Wasserspiegel des Forggensees abgesenkt wird – zum Vorschein kommt.

Alemannische Reihengräber am Nord-Ost-Rand von Schwangau weisen darauf hin, dass die erste geschlossene Dorfsiedlung bereits im 6. Jahrhundert existiert hat. Im 8. Jahrhundert begann Magnus, der Apostel des Allgäus, mit der Christianisierung des Gebietes. In Waltenhofen wurde im Jahr 746 vom dem Heiligen Magnus und Tosso die erste christliche Kirche rechts des Lechs erbaut. Zur Pfarrei Waltenhofen gehörten im frühen Mittelalter die Orte Bayerniederhofen, Trauchgau, Prem, Wildsteig, Böbing, Ober- und Unterammergau. Bis zum Jahre 1206 war Waltenhofen Pfarrei des Klosters St. Mang in Füssen. Nach Kirchenerweiterung und Turmerhöhung wurde die Kirche – mit den Patronen Maria und Florian – 1520 neu geweiht.

Die erste urkundliche Erwähnung von Schwangau „Swanegowe“ war im Jahr 1090. Das heutige Gemeindewappen, ein silberner Schwan auf rotem Grund stammt von den Edlen von Schwangau. Sie waren ab dem 12. Jahrhundert Lehensträger der Welfen und später der Staufen und besaßen die Herrschaft Hohenschwangau etwa 600 Jahre. Die Grenzen der Herrschaft umfaßten: östlich ehem. Kloster Ettal, südlich das Gericht Ehrenberg, westlich Hochstift-Augsburgerische Pflegegericht Füssen, nördlich Steingaden und Rottenbuch. Die Burgen Schwanstein, Frauenstein, Vorder- und Hinterschwangau stammen aus dieser Zeit. Die Witteslbacher folgten ihnen als Herrschaft nach.

In den Jahren 1634/35 ist die Bevölkerung von Schwangau durch die Pest fast ausgestorben. An diese schreckliche Zeit erinnert der Pestfriedhof bei der Kirche St. Coloman. Die Neubesiedelung erfolgte danach zum Teil durch Einwanderer aus Tirol und der Schweiz, sowie aus dem Engadin.

Kronprinz Maximilian vom Bayern baute 1832/36 die Burg Schwanstein als Schloß Hohenschwangau wieder auf. Sein Sohn König Ludwig II errichtete in den Jahren von 1869 bis 1886 anstelle der Ruinen Vorder- und Hinterschwangau Schloß Neuschwanstein, das mit Hohenschwangau zu den Königsschlössern zählt. Diese wurden nach dem Tod Ludwig II für die Bevölkerung geöffnet. So kamen viele Besucher nach Hohenschwangau und um die Jahrhundertwende begann dort der Fremdenverkehr. Es entstanden die ersten Hotels und Pensionen und entsprechend der königlichen Hofhaltung bestimmte die vornehme Welt bereits damals das Bild des blühenden Fremdenverkehrs, der das Leben der Schwangauer veränderte. Seit dem Jahr 1985 ist Schwangau heilklimatischer Kurort inmitten der Allgäuer Seenplatte.

 

Die Bevölkerung von Schwangau lebte einst von der Landwirtschaft, mit im Sommer gemeinschaftlich genutztem Weide- und Alpweidebetrieb. Um eine zusätzliche Einnahme zu erhalten wurden vorhandene Materialien abgebaut. Eine Ziegelei in Brunnen lieferte Maurersteine und Dachplatten. Die Steinbrüche in Deutenhausen und am Kienberg/Alterschrofen lieferten Material für Fundamente, Straßenbau und zur Bachverbauung. Ein Gipsbruch und Kalköfen lieferten zusätzliches Baumaterial.

 

In den Reiblerschluchten zwischen Dolomit und Flisch am Rohrkopf und Pechkopf waren Wetzsteinbrüche. Die Wetzstein-Schleifmühlen wurden angetrieben vom Schleifergraben (heute Dristalbach), der Mühlberger Ach und Brunner Ach. Diese Wetzsteine zum Schärfen von Sensen, Sicheln und Messern wurden in Fässern gepackt und als Flößerfracht von der Lechaue bei Horn über den Lech zur Donau, bis ins schwarze Meer befördert.

 

Der Flachsanbau im „blauen Allgäu“ war auch in Schwangau Grundlage für die heimische Textilversorgung. Die Spinnräder surrten in jedem Haus in den Stuben, damit die Leinweber mit Material versorgt werden konnten.

 

Einschneidende Strukturveränderungen brachte im Jahr 1954 – also genau vor 55 Jahren – der Aufstau des Lechs zum Forggensee. Zusammen mit den Ortschaften Forggen, Deutenhausen und einem Teil vom Brunnen verlor die Gemeinde einen großen Teil landwirtschaftlicher Nutzfläche. 67 Prozent der Seefläche des Forggensees liegen im Gemeindebereich Schwangau.

 

Heute ist Schwangau eine der größten Fremdenverkehrsgemeinden im Ostallgäu. Schwangau gelegen zwischen der Ostallgäuer Seenplatte und dem Naturschutzgebiet Ammergebirge, das 1966-68 durch dem Bau der Tegelbergbahn näher mit dem Ort verbunden wurde zählt zu den reizvollsten Gegenden Bayerns.