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Forggensee - versunkene Heimat
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Der Forggensee - Eine versunkene Heimat

Sieht man heute den Forggensee im Sommer, so würde man nie vermuten, dass es sich hier um einen Stausee handelt. Segler, Surfer und Fischer nutzen die Seefläche, Erholungssuchende genießen die landschaftlichen Reize und bevölkern die Ufer des fünftgrößten Sees in Bayern (Länge 12km, maximale Breite 3km, Gesamtfläche 1.670 ha).

So schön sich der Forggensee heute in unsere Landschaft einfügt, so tragisch war für die Bewohner der Weiler Deutenhausen, Forggen und einiger Anwesen Brunnens der erste Aufstau des Sees im Jahre 1954, denn für sie versank ihre Heimat in den aufgestauten Wassern des Lechs.

Die ersten Pläne, den Lech zwischen Roßhaupten und Füssen aufzustauen, existierten bereits im Jahr 1898. Im Bereich der Mangmühle bei Roßhaupten kaufte die Fa. Siemens Grundstücke zum Bau einer Wasserkraftwerksanlage. Im Jahr 1907 erlosch jedoch die Bauerlaubnis ohne dass die Pläne verwirklicht wurden. Verschiedenste Vorschläge zur Nutzung erfolgten in den Jahren danach, wurden jedoch aufgrund der beiden Weltkriege nicht realisiert.

Die Bayerische Wasserwerke AG (BAWAG), gegründet 1940, mit dem Zweck, den Lech zur Energienutzung auszubauen, erstellte Ausbaupläne und begann 1941 erste Verhandlungen über den Bau des „Lechspeichers Roßhaupten“.

In die Tat umgesetzt wurden die Pläne jedoch erst im November 1950. Am 1. September 1954 erfolgte dann die probeweise Inbetriebnahme der ersten Turbine des Kraftwerkes. Die offizielle Einweihung der Gesamtanlage fand am 16. Juni 1955 statt. Die Baukosten betrugen 80 Millionen Mark, beim Bau wurden ca. 1500 Menschen beschäftigt. Tragischerweise fanden während der Bauzeit auch sieben Arbeiter den Tod.

Allein die Gemeinde Schwangau hat durch den Bau des Forggensees 1.070,5 ha Boden verloren, was ca. 67% der Seefläche entspricht. Die Bodenfläche bestand aus 70% Wiesen, 12% Weiden und Nutzungen, 6% Auwald, 4% Ackerland, sowie 8% Ödland und Wasser. Ingesamt verschwanden damals 50 bewohnte Gebäude, darunter 16 Bauernhöfe mit 800ha Nutzfläche.

Folgende Anwesen in Schwangau wurden abgebrochen:

Brunnen
6 Anwesen, 24 Bewohner

Forggen
6 Anwesen, 20 Bewohner

Deutenhausen
8 Anwesen, 27 Bewohner

Mit dem Bau des Stausees veränderte sich nicht nur die Landschaft im und um den Forggensee, sondern auch das Leben der Menschen, welche ihre Heimat aufgeben mussten.

Zu diesem Thema hat der Heimat- und Trachtenverein „D' Schwanstoaner“ Schwangau bereits zweimal mit verschiedenen Helfern eine Ausstellung mitgestaltet.