Abstand Header
Dahuam...
Bilder - Hinweis
Maibaum - Vergelt's Gott
Aktuelles
Damals...
Forggensee - versunkene Heimat
Geschichte Schwangaus
Dies und das aus dem Vereinsleben
Vorstandschaft
Nützliches zum Herunterladen
Gruppen
Bildergalerie
Beiträge
Pressespiegel
Kontakt
Inhaltsverzeichnis
Impressum

Ein kleiner Auszug aus der Vereinsgeschichte

Am 04. Juli 1909 entschloßen sich acht Schwangauer Burschen den Gebirgstrachten- und Heimatverein "D' Schwanstoaner" Schwangau zu gründen. Der Verein wurde nach der Ritterburg Schwanstein benannt, an deren Stelle heute das Schloß Hohenschwangau steht. Als erster Vorstand des jungen Vereines wurde Joseph Lang gewählt und als Vereinslokal der Gasthof "Zur frohen Aussicht", dass heutige Hotel "Weinbauer". Schon eine Woche später erhielt man eine Einladung des GTEV "Almfrieden" Steingaden zur Fahnenweihe, welche mit Freude angenommen wurde, dies war dann auch der Startschuß für ein reges Vereinsleben. So wurde noch im selben Jahr das Gaufest in Steingaden besucht und dort auch zum ersten Mal an einem Preisplatteln teilgenommen.

 

Nach dem Kriegsausbruch im Jahre 1914 erstarrte die Vereinstätigkeit und wurde erst im März 1919 wieder aufgenommen. An der ersten Generalversammlung nach dem Krieg wurde der sieben gefallenen Mitglieder gedacht und auch beschlossen, zusätzlich eine Theatergruppe aufzubauen, welche bis Mitte der fünfziger Jahre sehr aktiv war. Diese Tradition wurde nun auch vor einigen Jahren mit der Darbietung von Einaktern am Vereinsabend wiederbelebt.

 

Der 30. Juli 1922 markiert ein weiteres wichtiges Datum der Vereinsgeschichte. An diesem Tag wurde die erste Vereinsfahne geweiht, Pate stand der Verein "D' Neuschwanstoaner" Füssen. Zuvor hatte der Verein eine Standarte besessen über deren Verbleib aber leider keine Aufzeichnungen mehr vorhanden sind. Vermutet wird, dass ein Mitglied, welches als Knecht in Schwangau gearbeitet hatte, diese nach Auflösung seines Dienstverhältnisses mit in seine Heimat genommen hat.

 

Zwei Jahre später wurde noch eine weitere Sparte in das Vereinsleben integriert und der Gesangsverein aufgenommen. Der Verein war nun in der Lage ein sehr vielseitiges Programm zu bieten, es wurde beispielsweise eine Werbefahrt durch Deutschland mitgestaltet, welche der Verkehrsverein organisiert hatte. Vom 26. November bis 13. Dezember 1933 wurden in 17 deutschen Städten vor allem Nord- und Westdeutschland Heimatabende durchgeführt.

 

Im Oktober des Jahres 1936 traten dann fünf Paare des Vereines eine einmalige Reise an. Auf Einladung des damaligen Außenministers Ribbentrop sollten zwei Heimatabende in der Royal-Albert-Hall in London gestaltet werden. Die Seekrankheit, welche auf der stürmischen Überfahrt alle erwischt hatte, war vergessen, als man in der mit jeweils 10.000 begeisterten Besuchern ausverkauften Halle auftrat. Auch logistisch war diese Reise eine große Herausforderung, so mussten die Noten bereits ein Jahr zuvor nach England gebracht werden, damit die dortige Kapelle genügend Zeit hatte, die für sie ungewohnten Musikstücke einzuüben. Die großen Holzscheite für den "Holzhacker" waren auf der Insel ebenfalls nicht ohne Probleme aufzutreiben und so gehörten diese zum Handgepäck der Schwangauer Plattler.

 

Am 14. und 15. August 1937 wurde dann unter Vorstand Martin Geiger das erste Mal ein Gaufest des Oberen Lechgau-Verbandes in Schwangau durchgeführt, dreißig Vereine nahmen daran teil, zudem wurde auch ein Liederwettstreit veranstaltet.  Im gleichen Jahr wurde auch von Vorplattler Andreas Settele die erste Jugendgruppe gegründet.

 

Die Kriegsjahre 1939 bis 1945 brachten das Vereinsleben völlig zum Erliegen. 104 Mitglieder wurden einberufen, 23 davon sahen unsere schöne Heimat nicht wieder. Nach dem Kriegsende bauten Toni Mayr, als 1. Vorstand, und Andreas Settele, als 1. Vorplattler, den Verein unter großen Schwierigkeiten wieder auf. Zahlreiche Hindernisse waren zu überwinden, allen voran bürokratische. Mit der Beantwortung eines 130 Fragen umfassenden Fragebogens musste jedes Ausschussmitglied persönlich nachweisen, dass mit der Vereinsgründung keinerlei politische Betätigung verbunden sei bzw. angestrebt würde. Ein zweites Problem, das nur mit Organisationstalent zu überwinden war, stellten die winterkalten Räume im "Weinbauer" dar. Um dort Sitzungen oder Proben abzuhalten mussten von den Mitgliedern erst Holz und Kohlen im Dorf organisiert werden.

 

Als diese schwere Zeit überstanden war, ging es mit neuem Schwung weiter. Mit reger Beteiligung wurden Gaufeste und Preisplatteln besucht und zudem noch Heimatabende mit Gesangs- und Theateraufführungen durchgeführt. Am 01. und 02. August 1959 feierte der Verein sein 50jähriges Gründungsfest. Vorstand Josef Köpf konnte zu diesem Fest 32 Vereine und 14 Musikkapellen begrüßen.


In den folgenden Jahren hatte auch die große Steigerung des Fremdenverkehrs in Schwangau seine Auswirkungen auf den Verein. Die Anzahl der Heimatabende vervielfachte sich und so wurden in den Sommermonaten teilweise mehrere Abende pro Woche gestaltet. Hierzu kamen noch andere Tätigkeiten des Vereines, wie das Aufstellen von Maibäumen und ein großes Engagement in der Heimatpflege.


Das 45. Gaufest des Oberen Lechgauverbandes wurde wiederum in Schwangau abgehalten. Vom 31. Juli bis 01. August 1965 beteiligten sich 62 Vereine und 14 Musikkapellen an diesem Fest. Vier Jahre später konnte der Verein dann sein 60jähriges Gründungsfest begehen.


Da die alte Fahne des Vereines durch die Jahre schwer in Mitleidenschaft gezogen worden war, wurde am 17. August 1975 eine neue Fahne unter Vorstand Johann Lory geweiht. Auch 53 Jahre nach der Weihe der ersten Fahne übernahmen „D’ Neuschwanstoaner“ Füssen wieder die Patenschaft.


Auch unser Verein übernahm Patenschaften für verschiedene Vereine, für „D’ Schloßbergler“ Hopferau, „Almrausch“ Füssen, den Faschingsverein Schwangau und der Egerländer Gmoi Schwangau.


Weitere Höhepunkte der Vereinsgeschichte war auch die dreimalige Beteiligung am Schützen- und Trachtenumzuges im Rahmen des Oktoberfestes, in den Jahren 1979, 2004 und 2007. Hier sticht besonders die Teilnahme im Jahr 2007 heraus, als man mit einem über 3 Meter hohen Modell des Schloss Neuschwanstein als Festwagen den Umzug bestritt.


Am 13. bis 15. Juli 1984 fand das 75jährige Gründungsfest unter Vorstand Johann Bardzinski statt. Zahlreiche Vereine waren der Einladung gefolgt, um mit unserem Verein das Jubiläum zu feiern. Fünf Jahre später konnte dann zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte ein Gaufest des Oberen Lechgauverbandes in Schwangau ausgerichtet werden. Viele Vereine aus nah und fern feierten vom 28. bis 30. Juli 1989 zusammen mit uns. Auch das 90jährige Gründungsfest im Jahr 1999 wurde feierlich begangen.


Aber nicht nur diese Feierlichkeiten bestimmten das Vereinsleben. So konnte man auch zu/an verschiedenen Anlässen in Schwangau repräsentativ teilnehmen. Beispielsweise die Begrüßung der Präsidentengattinen, zum Anlass des in München stattfindenden Weltwirtschaftsgipfels, oder beim Besuch des damaligen russischen Präsidenten Michail Gorbatschow und seiner Frau Raissa. Ein anderes Ereignis war der Besuch des Bundespräsidenten Horst Köhler in Schwangau, die Präsentation bei der Bewerbung des Schlosses Neuschwanstein als Weltwunder der Neuzeit oder die Eröffnung der neuen Messe in München, an der die Schwanstoaner mitwirken durften.


Getreu seinem Namen fühlt sich der Verein aber auch der Pflege heimatlicher Bräuche, Kultur und ihrer Denkmäler verbunden. Schon im Jahre 1928 stellten die Schwanstoaner das Kreuz auf dem Branderschrofen auf. Auch die Sanierung der Römerruinen am Tegelberg unterstützt der Verein seit 1998 aktiv. In späteren Jahren wurde ein Kalkofen in Horn und die alte Gemeindewaage im Kröb instandgesetzt. Mit der Beteiligung an der Fotoausstellung „50 Jahre Forggensee“ wurde auch einem anderen einschneidenden Ereignis in der Geschichte Schwangaus gedacht.


Zum Gedenken an die Verstorbenen des Vereins wird jedes Jahr eine Bergmesse am Vereinsmarterl, nahe der Drehhütte, gestaltet. Dem weiteren Andenken an sie ist auch der Brunnen an der Colomanskirche gewidmet, der in diesem Jahr erneuert und am 04. Juli 2009, am 100. Jahrestag der Vereinsgründung, neu geweiht wird.


Die Geschicke des 428 Mitglieder umfassenden Vereines werden seit dem Jahr 2007 von seinem 18. Vorstand Albert Sepp gelenkt. An dieser Stelle möchten wir auch seinem leider viel zu früh verstorbenen Vorgänger Johann Bardzinski gedenken, der den Verein 27 Jahre lang als erster Vorstand geführt hatte.


Nach einer Zeit, in der es mit dem Nachwuchs nicht gut bestellt war, ist der Verein in den letzten Jahren wieder zu einer starken Gemeinschaft zusammengewachsen. So hoffen wir auch in der Zukunft den Wahlspruch unserer Gründungsväter „Sitt und Tracht der Alten, wollen wir erhalten“ weiterführen zu können. Den vielen Trachtenkameraden, welche zum 89. Gaufest des Oberen Lechgaus in Verbindung mit unserem 100jährigen Vereinsjubiläum kommen, wünschen wir schöne und unvergessliche Stunden in Schwangau.

Andrea Höß

Schwangau, 17. Mai 2009