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Historische Tracht

Anlass zur Entstehung der historischen Tracht in Steingaden war die 850-Jahr-Feier des Klosters Steingaden im Jahr 1997. Bei den Nachforschungen stützte man sich auf Votivtafeln der Kapellen und Kirchen aus der umliegenden Gegend, außerdem auf ein besonderes Kleidungsstück aus der Steingadener Umgebung, einem Kasettloberteil, das nachweislich auf die Zeit um 1890 datiert werden kann. Mit diesen Informationen und der fachlichen Unterstützung vom Landesverein für Heimatpflege wurde 1996 von den Trägerinnen der Entschluss gefasst, Steingaden um eine historische Tracht zu bereichern. Im Jahr 1997 präsentierte sich diese Gruppe beim historischen Festzug in Steingaden erstmals der Öffentlichkeit. Die Trachtlerinnen sind auch aus den Gemeindeteilen Urspring und Wies, die dem Oberen Lechgau-Verband angehören.

Vom schnitttechnischen ist die Tracht einheitlich, jedoch bestimmt die Trägerin den Stoff (Seide, Halbseide bzw. Taftseide) je nach Muster und Farbe selbst, ob uni, geblümt, gestreift oder kariert. Das Oberteil wird von rechts nach links mit einem Hakenverschluss geschlossen. Der Ausschnitt ist mit handgenähten Stoffrüschen, Bändern und Ornamenten verziert, die meist mehrreihig - je nach Geschmack der Trägerin - aneinander genäht sind. Diese Verzierung wird auch als rundum laufende Garnier bezeichnet.

Das Einstecktuch am Ausschnitt ist aus dem gleichen Stoff wie die Schürze, passend zum Oberteil und Rock in kleinen Falten gelegt. An der Taille schließt ein in Falten gelegtes Schößchen mit schwarzer Spitze ab, das an der hinteren Mittelnaht in vielen aneinander gelegten Falten „Rosette oder auch Boschen genannt“ angebracht ist – ein sehr wichtiger Bestandteil des Kasettls. Die weiten, handgereihten Keulenärmel verlaufen schmal zum Handgelenk, und sind ebenso mit einer schwarzen Spitze an der Kante verziert. Der Rock besteht aus dem gleichen Stoff wie das Oberteil, ist knöchellang, handgereiht und wird separat mit einem Bund versehen getragen. An der handgereihten Schürze ist ein fester Bund mit Knopfverschluss und ein einfarbiges Schürzenband angebracht.

Schwarze Stiefeletten oder Trachtenschnürschuhe gehören ebenso dazu wie die schwarzen blickdichten Strümpfe. Als Schmuck wird eine mehrgängige Halskette, passende Ohrringe und auch eine am Garnier angebrachte Brosche, je nach Geschmack der Trägerin getragen. Die Haare werden zu einem Knoten hochgesteckt und mit filigranen Haarnadeln verziert. Komplett ist die Tracht erst mit der richtigen Kopfbedeckung, die in der Naturfarbe braunen oder schwarzen Otterfellhaube. Benennenswert ist der Boden oder auch Blattl dieser Haube, die mit viel Liebe entworfenen Muster in Kreuzform reich mit Goldfäden und Perlen oder Pailletten bestickt werden.