Geschichte des Theaterspiels

Das Theaterspiel wird in Bidingen bereits seit vielen Generationen gepflegt. 1872 brachte der Veteranen- und Kriegerverein die ersten Laienstücke auf die Bühne. Um die Jahrhundertwende übernahmen die Schützen- und Burschenvereine das Theaterspielen. Ab 1934 war es der im Vorjahr gegründete „Gebirgstrachten-Erhaltungsverein“ unter der Leitung des Vorsitzenden Magnus Fischer, der beim „Stöcklewirt“ dramatische Mehrakter aufführte. Der „Fischer Mang“ brachte schließlich Erfahrung von seiner Zeit als Schuhplattler und Statist am Großen Schauspielhaus in Berlin mit.

Bereits ab 1936 wurden die ersten jungen Männer zum Wehrdienst eingezogen und durch den Zweiten Weltkrieg entstand eine lange Zwangspause. Ab dem  Jahr 1946 wurden noch einige „Charakterstücke“, teils mit Gesang, aufgeführt, bis ab 1950 Hans Schmid Einakter, Soloauftritte, Schuhplattler, Gesang und instrumentale Musik zu den so genannten „Bunten Abenden“ zusammenführte. In unregelmäßigen Abständen fanden diese im Saal der Zechenwirtschaft statt, bis im Jahr 1977 erstmals in der neuen Mehrzweckhalle gespielt werden konnte. Die Mitglieder der Familie Mooser aus der Schilchermühle trugen mit ihren musikalischen Talenten natürlich wesentlich zum Gelingen vieler Aufführungen bei. Über viele Jahre waren Berta (verh. Schmid) und Peter Mooser, sowie Klara Schweiger (verh. Berchtold) für ihre Gesangsdarbietungen bekannt. Hans Schmid trat auch außerhalb der Bunten Abende als Humorist, Schlagzeuger des „Steinhäger-Trio“ und Hochzeitslader auf. Mit seiner Frau Berta hat er bis 1991 die Theaterabende organisiert und einstudiert. In seiner unnachahmlichen Art, Witze zu erzählen, brachte er Tausende von Zuschauern zum Lachen.

Im Jahr 1993 übergab er nach mehr als 45 Jahren die Spielleitung an Annelies Zink. Für die Regie war Puscha Hedrich-Schneider verantwortlich. Im zweijährigen Turnus brachten sie heitere Einakter und musikalische Stücke auf die Bühne und konnten somit allen Talenten Gelegenheit zum Auftritt geben.

Sie legten weiterhin Wert auf ein gewisses Niveau der Theaterstücke und bearbeiteten alte und neue Stücke so, dass diese zeitgemäß und für die jeweiligen Darsteller spielbar wurden. Auf die hiesige Mundart wird besonderer Wert gelegt. Im Jahr 2001 wurde mit dem „Lumpazivagabundus“ erstmals wieder ein abendfüllendes Lustspiel mit Musik und Gesang aufgeführt. Dabei waren hinsichtlich der Bühnentechnik, Ausstattung und Darstellung einige Herausforderungen zu meistern. Für das musikalische Lustspiel „Madam Bäuerin“ im Jahr 2005 wurden ebenfalls große Anforderungen an Bühnenbauer, Requisiteure, Musiker, Sänger und Darsteller gestellt. Den großartigen Erfolg verdanken sie vor allem auch dem unermüdlichen Einsatz der auswärtigen Regisseurin Claudia Chauvin.

Nach einer schöpferischen Pause zugunsten des 2007 stattfindenden Musikfestes in Bidingen kam im Jahr 2009 unter der Regie von Annelies Zink das Volksstück mit Gesang „Das Glücksmädel“ mit großem Erfolg zur Aufführung. 2011 folgte „Wie wird man Minister?“, ebenfalls ein Theaterstück mit Gesang. Die Planungen für das Jahr 2013 laufen bereits – lassen wir uns überraschen!

 

Annelies Zink