D´Neuschwanstoaner Füssen e.V.
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1900 - 1909

Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts junge Burschen aus Ober- Lind Nieder­bayern auf der Suche nach Arbeit und Brot in die Füssener Gegend kamen, fan­den sie Anstellung in der Hanfwerke Füssen-Immenstadt AG. In der karg bemessenen Freizeit erwanderten sie die Gegend und unternahmen teils aben­teuerliche Touren auf die heimatlichen Berge. Die Anreise musste zu Fuß oder mit dem Rad stattfinden, ein gut ausgebautes Wegenetz auf die Berge war auch noch ein unerfüllter Wunschtraum. Doch gemeinsame Erlebnisse schweißten kameradschaftlich zusammen. Bei regelmäßigen Zusammenkünften im Gast­haus „Mineralbad" (genannt Gifthütte) im Lechgrieß (heute Betriebsgelände der Füssener Textil AG) entstand der Wunsch, einen „Alpenclub" zu gründen. Diese fand am 17. November 1900 unter folgendem Namen statt:

Edelweiß & Almenrausch Füssen

Die Namen der Gründer waren:

  • Engelbert Hipp          
  • Bernhard Klopfer
  • Joseph Lachenmayer
  • Joseph Lohbrunner
  • Joseph Machenschalk           
  • August Mahr
  • Joseph Marensaller   
  • Stephan Martin
  • Ludwig Moser           
  • Joseph Müller
  • Heinrich Seidl           
  • Johann Steindl  

Verschiedentlich erscheinen bei nachträglichen Aufzeichnungen noch die Namen von Wolf Schmid und Magnus Zech. Der Initiator war zweifelsohne Bernhard Klopfer, der dann auch gleich als er­ster Vereinsvorstand fungierte. In dieser Gruppe waren drei Burschen aus Tölz, Miesbach und Hausham, die nicht nur eine heimatliche Tracht ihr Eigen nen­nen konnten, sondern auch imstande waren, einen Schuhplattler vorzuführen.

Einige Punkte aus dem Vereinszweck waren:

  • Sitte und Brauchtum sowie die Gebirgstracht zu pflegen
  • jedes Mitglied macht sich das Tragen der Tracht zur Pflicht
  • Volkstanz, Volks- und Hausmusik soll gepflegt werden
  • Mitglied kann jeder werden, der das 18. Lebensjahr vollendet hat und einen guten Leumund besitzt.

Als Aufnahmegebühr wurden 50 Pfennige und als Monatsbeitrag 20 Pfennige festgelegt. 1901 waren es bereits 24 Männer und 4 Frauen, die ihren ersten öf­fentlichen Auftritt in einem Stück des Theaterclubs hatten.

Nach dem Tod des Herbergsvaters Engelbert Hipp wählten die Heimatfreunde für ihre geselligen Zusammenkünfte 1904 das Gasthaus „Lamm".

Zur gleichen Zeit verhandelte Vorstand Franz Grum sen. mit der Kronverwal­tung, da der Verein einen neuen Namen auf der Grundlage von Schloss Neu­schwanstein haben wollte. Die Genehmigung erfolgte am 12.11.1904 und so nannte sich der Verein ab dem 3.1.1905

G.T.E.V D'Neuschwanstoaner, Füssen

Als Vereinstracht wurde festgelegt:

Männer: Kurze bestickte Lederhose, graue Lodenjoppe, weißes Leinenhemd mit Umlegkragen, blauer Schlips, grüner Hut mit Schmuck (Spielhahn, Adlerflaum oder Gamsbart), graue Wadenstrümpfe und Haferlschuhe

Frauen: Grauer Lodenrock mit zwei grünen Samtstreifen, weiße Bluse, schwarzes Mieder mit Silberhaken, Geschnürkette mit Silbertalern und Schmuck nach oberbayerischer Art, blaues Umschlagtuch und weiße Schürze.

Bei den Männern wurde später durch Gaubeschluss (1925) die graue mit einer grünen Joppe ausgetauscht; die Frauen tragen anstelle der weißen nun eine blaue Schürze, ansonsten hat sich an der damals festgelegten Bekleidung nichts geändert.

Es scheint so, dass den Mitgliedern in finanzieller Hinsicht doch einiges abver­langt wurde, denn neben der Beschaffung der Tracht war es bereits am 1. Sep­tember 1907 so weit, dass die Weihe für die neu beschaffte Fahne im Rahmen eines großen Festes gefeiert werden konnte. Sie kostete 565,- Mark. Diese wurde in der Stadtpfarrkirche St. Mang vollzogen. Pate stand der Verein „D'Iller­taler" Immenstadt (Untermaiselstein). Stadtkaplan Preckle nahm die Weihe vor. Drei Tage lang wurde gefeiert. Zum Fest selbst kamen neben dem Patenverein noch die „Alpseer" aus Immenstadt, „Neubeurer" aus München, „Achtaler" Pfronten, „Älpler" Trauchgau, „Alpen­rose" Oberhausen, „Bay. Rigi" Hohen­peißenberg, „Ammertaler" Unter­peißenberg, „Almfrieden" Steinga­den, „Plankastoana" Schaftlach, ,Ostrachtaler" Hindelang, „Wendel­stoana" Penzberg und die Gebirgstrachtenvereine aus Prem und Reutte.      

Die Vereine trafen teils in hübsch dekorierten Wagen hier ein. Durch die reich <dfn></dfn> beflaggte Stadt zog sich der Festzug mit der I. oberbay. Ge­birgstrachtenkapelle aus München. In der Tagespresse steht zu lesen: „Das Ganze bot für die zahlreichen Zu­schauer einen prächtigen Anblick, die Teilnehmer am Zuge wurden überall freudig begrüßt und manches zierliche Sträußchen wurde ihnen von zarter Hand gespendet". Doch dem Verfasser des Berichtes behagte nicht alles, denn er schreibt weiter:

„Nur eines zu tadeln dürfte vielleicht hier am Platze sein, nämlich das et­was gar zu intensive Gejohle einzel­ner Zugteilnehmer. Dies hätte ruhig unterbleiben können ..." Eine der Festjungfrauen, Frl. Brack, übergab mit einem gut vorgetragenen Prolog die Fahne an den Fähnrich Josef Lecherer. Vor dem Denkmal des Prinzregenten Luitpold wurden drei Kränze niedergelegt und ein Hoch auf den Landesvater Prinz Ludwig angestimmt.

Am 26.7.1908 war dann der Verein eines der Gründungsmitglieder des Lechgauverbandes, dem er bis zum 12.3.1913 angehörte. Zum Grün­dungsfest in Schongau am 6.9.1908 ging es frühmorgens, für die, die „per Achse" fuhren, bereits um 3 Uhr los, während einige ihre Stahlrösser erst einige Stunden später in Bewegung setzten. Feste in der näheren Umgebung besuchte man zu Fuß.

Es war nun an der Zeit, auch detaillierte Bestimmungen für das Vereinsleben zu erstellen. So wurde ein extra erhobener Musikbeitrag wieder abgeschafft und eine „Schuhplattlerordnung" aufgestellt. Diese enthielt feste Probezeiten von 20 - ­23 Uhr. Erschien ein Mitglied dreimal nicht zur Probe oder kam erst nach 22 Uhr, wurden Strafen verhängt. Den weiblichen Mitgliedern, die drei Monate lang weder eine Probe noch eine Versammlung besucht hatten, drohte eine Strafgebühr von 50 Pfennigen oder gar der Ausschluss.