D´Neuschwanstoaner Füssen e.V.
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1910 - 1919

Die Verschärfung der Bestimmungen lässt darauf schließen, dass die Eintracht unter den Trachtlern noch nicht so richtig gefestigt war. In den Jahren 1908/09 kam es zu einem Zerwürfnis, dem einige Vereinsaustritte folgten. Diese Mitglieder gründeten dann einen Verein mit gleicher Zielsetzung im Jahr 1910. Sie übernahmen auch einen Teil des ehemaligen Vereinsnamens „Almrausch".

Im gleichen Jahr fand in Füssen das Gaufest des Lechgauverbandes statt, das mit dem 10. Stiftungsfest der Neuschwanstoaner gefeiert und mit einem Preis­platteln verbunden wurde.

Den "Allgäuer Sechsertanz" zeigte der Verein zum ersten Mal auf einem Faschingsball.

Die innere Unruhe unter den Trachtenkameraden hielt an, denn auf der Gau­versammlung kam es zu weiteren Unstimmigkeiten zwischen den beiden Vereinen, die dann 1911 auf der Gauführertagung bereinigt wurden. Ein Jahr später in der Halbjahresversammlung wurde darin aber beschlossen, aus dem Lechgauverband auszutreten. Dies geschah am 20.05.1912.

Vereinsinterne Aktivitäten hatten nun Vorrang, es wurde eine Schützengilde gegründet. Schützenmeister war Robert Frankl mit Sitz und Stimme in der Vor­standschaft. Des Weiteren gründete Otto Striegl ein Sängerquartett.

Der Ausbruch des I. Weltkrieges führte zu einer außerordentlichen Versamm­lung am 8.8.1914.

Es wurde ein 5-Punkte Programm erstellt, das u. a. beinhal­tete:

  • Bei einem etwaigen Abgang der Vorstandschaft hat sich das älteste Ausschuss-mitglied um das Vermögen und das Inventar zu kümmern.
  • Sollten aber auch keine Ausschussmitglieder mehr vorhanden sein, so fällt diese Verpflichtung den drei ältesten Mitgliedern zu.
  • Nur im äußersten Notfall soll der Kassenbestand den Familien zufallen, deren männliche Mitglieder in den Krieg ziehen mussten.Die bedürftigsten Familien werden bevorzugt.
  • So viel Geld sollte noch in der Kasse bleiben, dass man für die gefallenen Mitglieder eine Seelenmesse lesen lassen können.
  • Die Schützenkasse wurde der Vereinskasse eingegliedert und der Betrag von 12,10 Mark an das bedürftigste Mitglied ausbezahlt.

Die weiblichen Mitglieder setzten alles daran, den Verein in dieser schweren Zeit aufrecht zu erhalten. Monatlich bezahlten sie 10 Pfennige, um den Kamera­den im Feld die Trachtenzeitung schicken zu können. Zu Hause waren noch 6 männliche und 16 weibliche Mitglieder. Im Mai 1915 standen 37 Trachtler im Feld, im November des gleichen Jahres waren es 47. Diese Zahl stieg noch auf 53 an. Das Vereinsleben erlahmte. Nach dem Kriegsende 1918 fand im Jahr dar­auf nach 4 1/2 Jahren wieder die erste Generalversammlung statt.