D´Neuschwanstoaner Füssen e.V.
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1930 - 1939

Im ersten Jahr dieses Jahrzehnts veranstalteten die Neuschwanstoaner im Stadt­saal bereits 10 Allgäuer Heimatabende. Erwähnenswert soll auch der Besuch des Patenkindes „Kranzbergler" sein. Der Ausschuss traf am 22.3.1930 in Füssen ein, weil der Verein keine Karte mit Neujahrs- Glückwünschen erhalten hatte und die Mitglieder des­halb glaubten, dass der Pate von ihnen nichts mehr wissen wolle. Nachdem diese Besorgnis ausge­räumt war, fuhr die Delegation am nächsten Tag wieder nach München. Die Not der Zeit machte sich emp­findlich bemerkbar. So kam es vor, dass ein Kamerad zum anderen sagte, als Stiftungsfest der „Hochplatte" in Buching besucht wurde: „Du, mir leidts heit bloß a Maß". Bei diesem Fest wurde auch bemängelt, dass bei den Frauen Bubiköpfe und bei den Männern „Schimischuhe" und Sport­hemden zu sehen waren.

Unser Mitglied Walter Leinweber reiste 1932 als Tormann der Eishockeynatio­nalmannschaft nach Lake Placid. Er kam mit der Bronzemedaille nach Hause. Die Spieler zeigten, wenn sie auf Reisen waren, jeweils eine halbe Stunde vor Beginn des Spiels in den Stadien einen Schuhplattler, so z. B. in Paris vor 10.000 Zuschauern.

Im Jahr darauf fand in München ein großer Trachtenaufmarsch mit ca. 19.000 Trachtlern statt. Der Heimweg war überschattet von einem tödlichen Unfall in Hohenpeißenberg, als ein Radler ohne Licht mit dem Bus kollidierte.

Die Nationalsozialistische Regentschaft hatte begonnen! In Füssen fand eine Gauführertagung und -konferenz am 29.4.1933 statt. Die Delegierten vertraten dabei mehr als 800 Trachtenvereine. Im Stadtsaal wurde der Anführer Thomas Bacher (Gründer der Vereinigten Bayrischen Trachtenverbände 1925) und Gäste wie Dr. Adlmaier (Gauvorstand vom Gauverband I) und Bürgermeister Dr. Samer begrüßt. Dr. Adlmaier befasste sich hauptsächlich mit dem Heimat­lied, das bei den Trachtlern besonders gepflegt wurde. Versuche der politischen Beeinflussung gingen auch an den Neuschwanstoanern nicht vorüber. In einer außerordentlichen Ausschusssitzung am 22.7.1933 wurde beschlossen, „dass wir alles daransetzen wollen, unseren alten, angestammten Vereinsnamen und unsere Tracht zu erhalten". (Auszug aus dem Protokollbuch). Trachtenkamerad Resch wurde beauftragt, Richtlinien über die Gleichschaltung beim Staatsminister Esser einzuholen. Weiter wurde vereinbart, diese für die nächste Zeit noch zu verzögern. Resch wurde zudem beauftragt, dies dem Sonderkommissar Herrn Kögel mitzuteilen. „Sieg Heil" und „Heil Hitler" lösten nun auch den Wahlspruch „Treu dem guten alten Brauch" ab. Das Vereinsleben verlief weiterhin normal, bis „düstere Wolken von politischen Wirren" zeugten. Neben Begrüßungs-, Empfangs- und Abschiedsabenden veranstaltete man wei­terhin Alpenbälle und Heimatabende. Durch die KdF (Kraft durch Freude) kamen viele Gäste nach Füssen und so arbeitete man auch ab 1935 für jene mit der Kurdirektion zusammen.

Im Oktober 1938 stand Gemeinsamkeit auf dem Programm. Die Mitgliedschaft sprach sich positiv dafür aus, dass die beiden Füssener Trachtenvereine eine Gemeinschaft bilden wollten. Josef Wagner berichtete von den Vorverhand­lungen. Der Zusammenschluss kam aber damals nicht zustande.

Alsbald folgten die ersten Einberufungen, das Vereinsleben flaute ab. Bei der am 26.11.1939 in Füssen stattgefundenen Gau-Hauptversammlung gab Geisen­hof Josef bekannt, dass bei seiner Abberufung Frankl Jakob für ihn eintritt (Geisenhof wurde am 9.4.1942 einberufen).

Der II. Weltkrieg hatte begonnen. Die schwere Zeit brachte es mit sich, dass einige Vereine gemeinschaftlich Heimatabende bei jeweils abwechselndem Vereinssitz abhielten. Die Vereinstätigkeiten mussten von großen Räumen in Nebenzimmer verlegt werden. Aus dem Oberen Lechgauverband wurde nun das „Heimatgebiet Oberer Lech" und aus dem Gauvorstand der „Heimatgebiets­führer".