Die Jahre bis 1940

Die Inflationsjahre 1922/23 waren Krisenjahre, nicht nur für den Verein. Im September 1923 betrug der vierteljährliche Mitgliedsbeitrag eine Million Reichsmark für die männlichen und 20.000 Reichsmark für die weiblichen Mitglieder.In dieser schlechten Zeit ermöglichten vereinstreue Mitglieder und Gönner durch Spenden die Beschaffung einer Vereinsfahne, die von der Firma Auer in München geliefert wurde und zwei Millionen Reichsmark kostete. Die Fahne wurde am 14. Juni 1923 durch Herrn Pfarrer Eckert geweiht. Obwohl damals mancher Geistliche der Trachtensache nicht so gut gesinnt war, so war es doch Pfarrer Eckert, ein Berg- und Heimatfreund aus der Jachenau, der sagte, als man ihm die Fahne zeigte: "Ich sehe, ihr liebt die Heimat und haltet Gott in Ehren".Die Patenstelle übernahm der Verein "Schwäbischer Rigi" Stötten am Auerberg. Die Gesamtkosten der Fahnenweihe, die sich um drei Millionen Reichsmark bezifferten, wurden zum Großteil mit den Einnahmen aus dem Festzeichenverkauf gedeckt, denn gutes Wetter und guter Besuch waren dem jungen Verein hold.Die Aufnahmebedingungen des Vereins wurden in der Monatsversammlung vom 30.12.1923 geändert: "Bis auf weiteres", so heißt es im Schriftführerbuch, "werden nur Mitglieder aufgenommen, welche sich verpflichten, innerhalb eines halben Jahres eine Tracht mindestens mit langer Hose anzuschaffen."

Ab 1925 übernahmen die Waldbergler die Instandsetzungsarbeiten am Kalvarienberg, die auch heute noch regelmäßig durchgeführt werden.Am 13. Mai 1928 organisierte der Verein erstmals das Gaufest. Trotz schlechtem Wetter wurde es ein gelungenes Fest. Schriftführer Matthäus Fichtl schrieb damals in seinen Bericht: "Kassier Hans Hartmann berichtete über den sachlich organisierten, aber regnerischen Gesamtverlauf (...), wo natürlich auch der gedachte Profit verregnet wurde und anstelle dessen ein Defizit von 100 Mark heraustrocknete." Teilnehmende Vereine und Musikkapellen sind nicht mehr bekannt. Für das Festzeichen verlangte man 50 Pfennig.Der Trachtenverein führte zwischen den Jahren 1923 und 1933 auch zahlreiche Theater auf. Diese waren z. B. fester Bestandteil der traditionellen Christbaumfeiern.Nicht vergessen werden dürfen neben den Christbaumfeiern auch Veranstaltungen, wie Scheibenstechen, Preisschießen, freie Tanzmusik oder Waldfeste.1936 wurde erstmals eine Jugendgruppe gegründet.Im gleichen Jahr kamen auch die ersten Urlaubsgäste durch die Organisation "Kraft durch Freude" in unser Dorf. Die Trachtler zeigten ihnen dabei Schuhplattler und Volkstänze bei Begrüßungs-, Gebirgler- und Abschiedsabenden.In der Zeit des 2. Weltkrieges ruhte die Vereinstätigkeit dann weitgehend. Der letzte Eintrag des damaligen Schriftführers Martin Besel stammt vom 1. April 1937. Die letzte Jahresversammlung wurde 1940 abgehalten. Lediglich aus den Kassenbüchern kann noch auf eine Vereinstätigkeit geschlossen werden. Der Krieg riß auch große Lücken in die Reihen unseres Vereins. 14 Mitglieder sind zwischen 1939 und 1945 gefallen, drei sind vermißt.